Seelsorge und Coaching – Wie stehen diese beiden Formate zueinander?

Coaching zielt meist darauf, konkrete Ziele zu definieren, neue Wege zu gehen und die eigenen Stärken und Ressourcen zu entdecken, die es braucht, um diese Ziele zu erreichen.

In Seelsorge hat auch die andere Seite des Lebens Raum: Mein Gewordensein, die Schattenseiten meiner Persönlichkeit und meiner Lebensgeschichte – die ebenso wichtig, wertvoll und grandios sind wie die strahlenden Seiten. Und die, wenn sie gesehen, wohlwollend betrachtet und angenommen werden, eine mindestens ebenso große Ressource sein können, wie die Anteile der Persönlichkeit, die von sich aus strahlen und die ich gerne zeige.

Für diese Schattenseiten des Lebens ist oft bestenfalls in guten Psychotherapien Platz – nur: Versagen (oder besser: das, was man dafür hält), unerfüllte Lebensträume, Verwundungen, Kränkungen und Narben gehören zu jedem gesunden Leben. Krank machen sie erst, wenn sie nicht sein dürfen. So ist Seelsorge – auf eine andere Weise als Coaching – ein Beitrag zu einem erfüllten, glücklichen und sinnvollen Leben.

Seelsorge nimmt ernst, dass das was sein darf sich verändern – heilen – kann. Und darum geht es in Seelsorge: Was ist, darf sein. Es ist in Ordnung!